Tortechnik von A bis Z

Tortechnik-Lexikon: Fachbegriffe zu Industrietoren

Fachbegriffe zu Industrietoren, Sicherheit und Verladetechnik kurz und verständlich erklärt. Herstellerunterlagen und die konkrete Anlage bleiben für technische Entscheidungen maßgeblich.

44 Begriffe

Abrollsicherung
Sicherheitseinrichtung an Rolltoren, die ein unkontrolliertes Abrollen des Torpanzers verhindern soll.
Ampelsteuerung
Optische Verkehrsregelung an Toren oder Verladestellen. Rot und Grün zeigen beispielsweise an, ob eine Durchfahrt oder ein Andockvorgang freigegeben ist.
Antrieb
Motorische Einheit, die das Tor bewegt. Antrieb, Steuerung und Tormechanik müssen aufeinander abgestimmt sein.
Außenwickler
Rolltor, dessen Wickelwelle und aufgewickelter Panzer außen vor der Gebäudeöffnung liegen. Eine Haube kann Wickelwelle und Panzer schützen.
Befähigte Person
Person, die aufgrund von Ausbildung, Erfahrung und zeitnaher beruflicher Tätigkeit die erforderlichen Kenntnisse für eine bestimmte Prüfung besitzt. Mehr dazu im Ratgeber zu Prüfpflichten.
Brandschutzabschluss
Nachgewiesenes System zum Verschließen einer Öffnung in einem feuerwiderstandsfähigen Bauteil, beispielsweise als Brandschutztor oder Brandschutztür.
Dichtlippe
Elastisches Dichtelement, das Spalte am Torblatt oder an einer Verladestelle reduziert. Ausführung und Material hängen vom Einsatzbereich ab.
Dockleveller
Englische Bezeichnung für eine Überladebrücke, die Höhenunterschied und Abstand zwischen Ladefläche und Gebäude überbrückt.
Endlage
Definierte obere oder untere Position, an der die Torbewegung regulär endet. Sie wird je nach Antrieb mechanisch oder elektronisch erfasst.
Fangvorrichtung
Mechanische Sicherheitseinrichtung, die bei einem Versagen bestimmter Trag- oder Ausgleichsmittel eine unkontrollierte Torbewegung begrenzen soll.
Feststellanlage
System, das einen Brandschutzabschluss offenhält und bei einer Auslösung das selbsttätige Schließen ermöglicht. Es besteht aus aufeinander abgestimmten Komponenten.
Frequenzumrichter
Elektronische Baugruppe zur Regelung der Motordrehzahl. Sie ermöglicht je nach System angepasste Geschwindigkeiten und sanfteres Anfahren oder Abbremsen.
Führungsschiene
Bauteil, das Torblatt, Sektionen oder Rolltorpanzer in der vorgesehenen Bewegungsbahn führt.
Gefahrenbereich
Bereich, in dem Personen durch die Torbewegung oder angrenzende Arbeitsabläufe gefährdet werden können. Er muss bei Störungen gesichert werden.
Gewichtsausgleich
Federn oder Gegengewichte unterstützen die Bewegung des Torblatts und reduzieren die erforderliche Antriebskraft.
Hauptschließkante
Kante des Torblatts, die beim Schließen auf die Gegenschließkante zuläuft. An ihr besteht eine besondere Quetschgefahr.
Impulsbetrieb
Betriebsart, bei der ein kurzer Befehl eine vollständige Torbewegung startet. Die notwendigen Schutzmaßnahmen hängen von Anlage und Nutzung ab.
Instandhaltung
Oberbegriff für Inspektion, Wartung, Instandsetzung und Verbesserung, mit denen Funktion und Zustand erhalten oder wiederhergestellt werden.
Kraftbegrenzung
Schutzfunktion, die auftretende Kräfte überwacht oder begrenzt. Ob sie ausreicht, hängt von Torart, Betriebsart und Risikobeurteilung ab.
Lichtgitter
Berührungslos wirkende Schutzeinrichtung mit mehreren Lichtstrahlen. Eine Unterbrechung kann die Torbewegung stoppen oder umkehren.
Lichtschranke
Berührungslos wirkende Einrichtung, die Personen oder Gegenstände in einer definierten Lichtachse erkennt.
Notbedienung
Vorgesehene Möglichkeit, eine Anlage bei Stromausfall oder Antriebsstörung nach Betriebsanleitung zu bewegen.
Rolltorpanzer
Beweglicher Abschluss eines Rolltors aus miteinander verbundenen Profilen. Profile können je nach System ein- oder doppelwandig ausgeführt sein.
Prüfung
Systematische Bewertung des sicheren Zustands einer Anlage durch eine dafür geeignete Person. Prüfung und Wartung verfolgen unterschiedliche Ziele.
Reversierung
Automatische Umkehr der Bewegungsrichtung, wenn eine Sicherheitseinrichtung ein Hindernis oder eine unzulässige Kraft erkennt.
Rolltor
Tor, dessen aus Profilen oder Gitterelementen bestehender Panzer auf einer Wickelwelle aufgerollt wird. Einen Vergleich bietet der Ratgeber Sektionaltor oder Rolltor.
Schlaffseilschalter
Überwachungseinrichtung, die eine unzulässige Entlastung oder Erschlaffung eines Tragseils erkennt und eine Torbewegung unterbrechen kann.
Schließkante
Kante eines bewegten Torblatts, an der beim Schließen eine Gefährdung durch Quetschen oder Scheren entstehen kann.
Schließkantensicherung
Sicherheitseinrichtung an der Hauptschließkante. Sie erkennt ein Hindernis und veranlasst je nach System das Stoppen oder Reversieren.
Schnelllauftor
Für hohe Öffnungs- und Schließgeschwindigkeiten ausgelegtes Tor, häufig zur Trennung von Verkehrs-, Temperatur- oder Hygienebereichen. Auswahlkriterien ansehen.
Sektionaltor
Tor aus verbundenen Sektionen, die geführt nach oben und je nach Beschlag unter die Decke oder entlang des Baukörpers laufen.
Sicherheitskontaktleiste
Druckempfindliche Leiste, die einen Kontakt an der Schließkante erkennt und eine sicherheitsgerichtete Reaktion auslöst.
Steuerung
Elektronische Einheit, die Befehle, Endlagen, Sicherheitseinrichtungen und den Antrieb der Toranlage verarbeitet.
Sturzhöhe
Raum zwischen Oberkante der lichten Öffnung und Decke beziehungsweise Dachkonstruktion. Er beeinflusst Torart und Beschlagführung.
Torabdichtung
Ausstattung an einer Verladestelle, die den Spalt zwischen Lkw und Gebäude reduziert. Sie schützt je nach Ausführung vor Witterung und Energieverlusten. Mehr zur Auswahl.
Torblatt
Beweglicher, flächiger Teil einer Toranlage. Beim Sektionaltor besteht er aus Sektionen, beim Rolltor aus einem Panzer.
Torsionsfeder
Schraubenförmige Feder, die Drehmoment speichert und häufig den Gewichtsausgleich eines Sektionaltors unterstützt. Arbeiten daran gehören in fachkundige Hände.
Totmannbetrieb
Betriebsart, bei der das Bedienelement für die Torbewegung dauerhaft betätigt werden muss. Loslassen beendet die Bewegung.
Tragmittel
Bauteile wie Seile, Gurte oder Ketten, die Kräfte übertragen oder ein Torblatt tragen. Beschädigungen können sicherheitskritisch sein.
Typenschild
Kennzeichnung mit Hersteller- und Anlagendaten. Ein lesbares Foto erleichtert Ersatzteilsuche, Wartung und Reparaturanfrage.
Verladestelle
Arbeitsbereich für den Warenumschlag zwischen Gebäude und Fahrzeug. Tor, Überladebrücke, Torabdichtung und Verkehrsführung müssen zusammen betrachtet werden.
Verriegelung
Mechanische oder elektromechanische Einrichtung, die das Tor in einer vorgesehenen Position sichert oder eine Bewegung verhindert.
Wartung
Maßnahmen zum Verzögern von Verschleiß und Erhalten der Funktion, etwa Reinigen, Einstellen oder Schmieren nach Herstellervorgabe. Wartungsratgeber lesen.
Wickelwelle
Welle, auf der sich der Panzer eines Rolltors aufwickelt. Lage, Dimensionierung und Abdeckung hängen von der Konstruktion ab.
Zarge
Feststehender Rahmen einer Tür oder eines Tores, über den das Element mit dem Baukörper verbunden wird.
Zyklus
Ein vollständiger Bewegungsablauf aus Öffnen und Schließen. Die Zahl der täglichen Zyklen ist ein wichtiges Auswahl- und Wartungskriterium.

Hinweis: Die Definitionen dienen der allgemeinen Orientierung. Für Planung, Betrieb und Instandhaltung gelten die Unterlagen der konkreten Anlage und die betrieblichen Anforderungen.